Ab 18.05.2022 „Freie Fahrt“ ohne Schranken

Da ist viel CDU dabei

Wie kann das Problem der langen Wartezeiten vor den Bahnschranken an der Heroldstraße gelöst werden? Diese Frage beschäftigt Verkehrsplanung und Bevölkerung schon seit den 1960er-Jahren. 1996 befasste sich der Planungsausschuss der Stadt Münster aufgrund von Anregungen aus der Bürgerschaft (Bild rechts: Helmut Göbel) erneut mit dem Thema. Fünf Planungsvorschläge lagen auf dem Tisch. Eine Lösung zu finden, war ein langer Prozess. Nicht alle waren für das Projekt.

Helmut Göbel

Als Bezirksvertreter und Ratsherr begleite ich das Projekt „Verlegte Heroldstraße und Haltepunkt Mecklenbeck“ seit dem Jahr 2004.

Mit dem Beschluss vom 14.07.2004 über den Bebauungsplan Nr. 486 wurden durch den Rat der Stadt Münster die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Verlegung der Heroldstraße und Unterführung unter den vorhandenen Bahngleisen geschaffen. Die Planung diente zudem der verkehrlichen Erschließung eines neuen DB-Haltepunktes Mecklenbeck sowie einer im Flächennutzungsplan südlich der Bahnlinie dargestellten Wohnbaufläche, die östlich des vorhandenen Wohngebietes Ripenhorst / Hafkhorst liegt. Die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit fand am 23.08.2000 statt. Die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange wurde im Juli/August 2002 durchgeführt.

Die Planungen zur Verlegung der Heroldstraße sahen vor, die Länge des Unterführungsbauwerkes durch eine Reduzierung der Anzahl der Gleise möglichst kurz zu halten. Im Bereich der geplanten Straßenunterführung befanden sich bei Planungsbeginn sieben Gleistrassen. Diese sollten auf die beiden Hauptgleise der Strecke Münster – Recklinghausen und des Gleises der Strecke Münster – Coesfeld reduziert werden.

Mit Schreiben vom 18.10.2004 teilte die DB-Netz AG der Stadt Münster jedoch mit, dass

– Der Bundesverkehrswegeplan von einer Steigerung der Verkehrsnachfrage im Eisenbahngüterverkehr ausgeht. Aufgrund dieser Steigerung könne nicht von einer Entbehrlichkeit der Umgehungsbahn ausgegangen werden.
– die Einrichtung eines Haltepunktes an der stark belasteten Strecke Münster-Ruhrgebiet nicht möglich sei.-Die bisherigen Planungen wären mit einem Eingriff in die „Alttechnik“ des vorhandenen Stellwerks verbunden. Als Konsequenz wäre der Bau eines elektronischen Stellwerks und damit der gesamten signaltechnischen Sicherung des Bahnhofs Mecklenbeck erforderlich, was zusammen mit dem Umbau der Gleisanlagen und der Oberleitung eine Investitionssumme von – vorsichtig geschätzt – ca. 30 Mio. Euro bedeuten würde, die nicht finanzierbar sei.

Mitgeteilt wurde dies der Politik mit der Vorlage V/0133/2005 vom 10.02.2005 unter dem Titel „Beseitigung des plangleichen Bahnüberganges an der Heroldstraße und Bau eines DB-Haltepunktes Mecklenbeck“.

Der Rat entschied im September 2006 (V/0644/2006) ,

  • dass der geplante Haltepunkt an der Strecke Münster-Ruhrgebiet aufgegeben wird.
  • dass durch den erforderlichen Erhalt von sechs Gleisen sich der abgedeckte Bereich der geplanten Straßenunterführung der verlegten Heroldstraße von ursprünglich ca. 22 m auf 34 m verlängert.
  • um den Eingriff in die vorhandene Stellwerktechnik zu vermeiden, die Straßenachse der verlegten Heroldstraße im Bereich der Eisenbahnunterführung nach Osten verschwenkt wird.
  • Dass die bisherige Planung (B-Plan) geändert werden muss.
Viel CDU aus Bundestag, Land, Rat und Mecklenbeck / Albachten beim Ortstermin 2006

Mit Satzungsbeschluss vom 25.08.2008 (V/0609/2008/1. Erg.) erfolgte dann die notwendige Änderung des Bebauungsplanes 486.

Der Haltepunkt Mecklenbeck wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2018 an das Netz angeschlossen und ermöglicht Bahnreisenden neue kurze Wege.

Im Detail gab es noch eine Vielzahl weiterer Anträge und Vorlagen zur Heroldstraße, meist initiiert von der CDU:

  • Aufhebung des Bahnüberganges Galgenheide
  • Verkehrszählung Heroldstraße
  • Baubeschluss zur Beseitigung des Bahnübergangs Heroldstraße
  • Schwerverkehrsanalyse im Zuge der Heroldstraße
  • Aufstellung eines Displays auf der Heroldstraße
  • Herstellung eines Fuß- und Radweges zwischen Ripenhorst/Rockbusch und Heroldstraße/Galgenheide
  • Verkehrliches Maßnahmenprogramm „Verlegte Heroldstraße/Bahnhaltepunkt Mecklenbeck“
  • Fuß- und Radweg entlang der Wiedaustraße/Heroldstraße bedarfsgerecht ausbauen
  • Neue Anforderungslichtsignalanlage in Höhe der Querungshilfe am BahnhaltepunktStraßenumbenennung „Alte Heroldstraße“.

Ab Mittwoch, 18. Mai, heißt es dann: Straßenunterführung statt Bahnschranken. Die beiden Bahnübergänge „Heroldstraße“ und „Galgenheide“ der Bahnstrecke Münster – Ruhrgebiet werden geschlossen und die neue, rund 740 Meter lange Heroldstraße samt Unterführung wird eröffnet. Die „Alte Heroldstraße“ von der Weseler Straße bis zu den Bahnschranken wird zur Sackgasse.

Einen wichtigen Dank zum Schluß: Der gilt dem Projektleiter aus dem Amt für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster Jürgen Teigelmeister.

Diese Zeiten der langen Autoschlangen vor verschlossenen Schranken sind ab Mittwoch vorbei.

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