Wärme für Münster

Der Einladung der CDU Mecklenbeck und Albachten zur Besichtigung der seismologischen Tiefenmessung folgten über 40 Personen. Nach einer halbstündigen Einführung durch den Geologen Prof. Dr. Tobias Rudolph, Herr Olaf Brenner von der DMT und Vladimir Shiplin besichtigten die Interessierten die aktuellen Messungen in einem Vor-Ort-Termin auf Höhe HBZ in Mecklenbeck.

Der Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen – Landesbetrieb (GD NRW) führt seismische Messungen im Münsterland durch, u.a. auch in Mecklenbeck und Albachten. Grundlage dafür ist der Landtagsbeschluss aus 2019, den Einsatz der Geothermie zu fördern, um die Wärmepotenziale des Landes optimal für Kraftwerke oder Fernwärme nutzen zu können. Der große Vorteil dieser klimafreundlichen, regenerativen Energie aus der Tiefe der Erde ist, dass sie witterungsunabhängig, ganzjährig und zu jeder Tageszeit zur Verfügung steht. Ergebnisse aus früheren Untersuchungen lassen vermuten, dass das Münsterland ein großes Potenzial hat, klimafreundliche geothermische Energie für eine zukünftig dekarbonisierte Wärmeversorgung zu erschließen.

Durch ein Team von Geologen und Technikern wurden für die Messungen jede Menge kleinerer verkabelter Metallstangen im Stadtgebiet platziert. Bei ihnen handelt es sich um sogenannte Geophone, elektromechanische Wandler, die Bodenschwingungen in analoge Spannungssignale umwandeln.

Um 21:00 Uhr starteten dann fünf futuristisch aussehende, 26 Tonnen schwere weiße Messfahrzeuge, sogenannte Vibrations-Trucks, ihren Einsatz. Diese Fahrzeuge haben eine hohe Masse und sind im Fahrzeugmittelteil mit Rüttelplatten, die hydraulisch betrieben werden, ausgestattet. Alle 40 Meter halten die Lastwagen für einige Minuten an, schicken über die abgesenkten vibrierenden Rüttelplatte Schallwellen in das Erdreich und fangen das reflektierte Signal durch Geophone auf und werten diese aus. Die großen Messfahrzeuge, Begleitfahrzeuge und Personal brauchen für jeden Kilometer der Strecke rund eine Stunde.

Mit ersten Ergebnissen wird Mitte 2022 gerechnet.

„Die Perspektive, dass bei Erfolg der Erkundung ein erheblicher Teil des Energiebedarfs Münsters über diese regenerative Form der Energiegewinnung gedeckt werden könnte, ist äußerst faszinierend. Das ist genau der technische Fortschritt, der uns bei der Klimawende wirklich voranbringen kann“, resümierten die CDU-Ratsherren Ulrich Möllenhoff und Peter Wolfgarten und auch die Teilnehmer der Veranstaltung nahmen diese Begeisterung für Geothermie, von der Prof. Rudolf bei der Begrüßung gesprochen hatte, mit nach Hause.

Foto: Dr. Ulrich Möllenhoff

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